Die Doku-Soap über die Ankunft von Manfred und Barbara Hartmann in Kanada wurde 29. Januar auf Vox.de in Deutschland ausgestrahlt und ist mittlerweile nur noch im Archiv von TvNow verfügbar, obwohl die Rechtsangelegenheit gegen Hartmann und auch Vox.de noch nicht abgeschlossen ist.

Nachdem das 3 köpfige Kamera-Team hier abgefahren war, war es mit dem Enthusiasmus der Hartmanns vorbei, und Vorbereitungen zur Café Eröffnung und Training offensichtlich verdrüßlich. Hartmanns hatten einen Vertrag mit Café Brioche d'Or als Sponsor unterschrieben, um ihre Einreisebewilligung mit 2 jährigem Arbeitsvisum zu erhalten. Die Bedingungen waren ganz klar: Geschäftsführung im bisherigen, erfolgreichen Format als Französisches Café mit Erweiterung des bisherigen Angebots, mit späterer Übernahme zum Ziel. Gleichzeitig wurde den Hartmanns ein äusserst lukrativer Pacht-Kauf angeboten, unter der Bedingung daß sie sich an alle der kanadischen Einwanderungsbehörde halten. Wir hatten uns entschieden diesen deutschen Bäcker– und Konditormeister zu sponsern da wir der immer größeren Nachfrage im Café nicht mehr gewachsen waren, und keinen ortsansässigen Bäcker oder Konditor mit dem erforderlichen Lebenslauf und Erfahrung finden konnten. Und natürlich wollten wir versichern daß das Café unserem Ort weiterhin erhalten bleibt, und waren mehr als bereit einer beruflich passenden Person zu Erfolg zu verhelfen.

Natürlich waren wir äußerst schockiert über Manfred und Barbara Hartmann's Version im Fernseh, denn den Hartmanns wurde tatsächlich eine "Traumimmigration" angeboten – wir sorgten für das allerkleinste Detail bis hin zum Abholen am Flughafen mit gemietetem Anhänger, damit die ganze Familie, und Katzen und Hund in Komfort reisen können, haben ein ganzes Wohnhaus nur für diese Familie (mit eigenem Zimmer für jeden) eingerichtet, den Kühlschrank gefüllt, dafür gesorgt daß sie im Dorf unterstützt und freundlich begrüßt wurden – nebst einem absolut schönen Arbeitsplatz.


Fakt 1
Wir waren begeistert, als die Hartmanns ankamen, und sie bekamen unsere volle Unterstützung. Aber sobald die Film Crew abgereist war, fanden die Hartmanns kaum Zeit fürs Training, und dann zwangen sie uns völlig "aus dem Bild treten", unter Androhung der Abreise nach Halifax, und als Druckmittel wurde die schon angekündigte Eröffnung es Cafés verzögert bis wir zustimmten. Sie lehnten auch jegliche Hilfe bei Marketing und Werbung ab, und beharrten darauf – immer noch ohne "Foodhandlers" Lizenz – daß die Barista jeden Tag Überstunden arbeitet, anstatt unsere kostenlose Hilfe in Anspruch zu nehmen (in Kanadischen Restaurants muß mindestens eine Person mit dieser Lizenz zugegen sein). Uns wurde klar gemacht, daß wir in unserem eigenen Café nicht willkommen sind.

Fakt 2
Manfred Hartmann war anfangs mit einem wöchentlichen Geschäftstreffen einverstanden, aber danach war er dann doch nicht mehr daran interessiert. Schließlich, am Mittwoch dem 21. Juni, gab es so viel Beunruhigendes zu klären, daß wir auf einem Treffen bestanden – worauf Manfred Hartmann uns der Schikane beschuldigte. Noch am selben Tag teilte er schriftlich mit dass er nicht mehr bereit sei, alle Aufgaben zu erfüllen die in seinem unterschriebenen Arbeitsvertrag festgelegt waren, nicht mehr am Wochenende arbeiten, und auch nicht mehr einkaufen würde.

Fakt 3
Aufgrund dieser prekären Entwicklung beschlossen wir uns $ 3300 vom Firmenkonto auf das Kreditkartenkonto zu überweisen, das wir Manfred Hartmann als Geschäftsführer freigestellt hatten, und das ausschließlich von ihm benutzt wurde um für die Café/Bäckerei einzukaufen. Dieser Betrag hat nicht mal alle Kreditkartenschulden gedeckt, die sich schon zusammengeläppert hatten. Bis heute fehlen Belege im Betrag von $1400 Dollar, für Einkäufe die von den Hartmanns gemacht haben. Die Hartmanns behaupteten, dass auf dem Bankkonto fast kein Geld mehr vorhanden war, und das stimmt. Die Verkäufe im Café gingen stetig zurück – in der Hauptsaison und auch bei mittelmässiger Geschäftsführung absolut undenkbar.

Fakt 4
Im Nachhinein fanden wir heraus, dass Barbara Hartmann ab 22. Juni nicht mehr zur Arbeit kam. Brunch, ein wesentlicher Teil des Café-Menüs, wurde nicht mehr angeboten, und Manfred Hartmann war ging so früh wie möglich nach Hause. Die Barista war danach ganz alleine im Café.

Fakt 5
Manfred Hartmann hatte alle seine persönlichen Habseligkeiten und Werkzeuge schon alle ratzeputz ausgeräumt als wir am Sonntag, den 25. Juni auf dringenden Hilferuf der Barista ins Café kamen. Offensichtlich hatte Manfred Hartmann keine Pläne, in der folgenden Woche regulär zur Arbeit zu erscheinen. Die Bäckerei / Küche war ungeputzt, und jedes einzelne Backblech in den Regalen verkrustet und schmutzig.

Fakt 6
Die Schlösser im Café wurden am Sonntag Abend, den 25. Juni ausgewechselt, nachdem Bareinlagen und Gerätschaft fehlten, und keine Wahl mehr bestand als Manfred Hartmann zu kündigen. Er erhielt sein Kündigungsschreiben am Montag, dem Ruhetag im Café. Das letzte Gehalt der Hartmanns mußte aus unseren privaten Mitteln gedeckt werden.

Fakt 7
Manfred Hartmann deutet in der Sendung an, er habe keine Ahnung warum er aus dem Café geschloßen wurde, "vielleicht waren die Besitzer eifersüchtig auf ihren Erfolg". Eifersüchtig – wirklich? Es ist kein einfacher Aufwand, oder billige Angelegenheit, einer ganzen Familie die Einwanderung nach Kanada zu ermöglichen, und wir haben alle unsere Chips auf ihren Erfolg gesetzt!

Fakt 8
Wir haben vor Ankunft der Hartmanns ein ganzes Einfamilienhaus (Mietshaus) speziell für sie eingerichtet, denn Manfred Hartmann erwähnte sie kämen nur mit einem halben Container, und kaum etwas sonst an. Dieses Haus war nie, und ist auch keine Ferienwohnung, wie am Fernseh behauptet. Die Hartmanns wurden auch nicht gezwungen nach der Kündigung im Café auszuziehen! Sie sind noch drei weitere Monate im Haus blieben bevor sie beschlossen, den Mietvertrag bis zum 31. Oktober zu beenden.

Fakt 9
Die Hartmanns zogen aus ohne ihre neue Adresse zu hinterlassen, und ohne die letzte Miete zu bezahlen. Sie hatten die Schlösser im gesamten Haus, einschließlich Keller und Schuppen gewechselt, ohne Erlaubnis dafür eingeholt zu haben. Es blieb daher keine Wahl als gerichtlich vorzugehen, erst danach sind die Hartmanns diesen Verbindlichkeiten nachgekommen.

Fakt 10
Wir haben weitere Interviews mit dem Filmteam von Goodbye Deutschland ausdrücklich abgelehnt, bis die Rechtsangelegenheiten mit den Hartmanns abgeschlossen war. Der Gerichtstermin war im März und das Urteil zu unseren Gunsten – die Hartmanns schulden uns, und müssen uns finanziell entschädigen. Das Gericht hat somit bestätigt dass wir den Hartmanns zu keinem Zeitpunkt Unrecht getan, oder etwas geschuldet haben, und dass somit ihre öffentlichen Beschuldigungen vor Kamera lediglich Sensationsmache, und Verleumdung sind. Das Traurige an der Sache ist dass wir Durchschnittsbürger nun darum kämpfen müssen, dass unser guter Leumund in der Öffentlichkeit wieder hergestellt wird, obwohl wir uns jederzeit bemüht haben verantwortlich, gewissensvoll, und gesetzesmäßig wie gute Leute zu handeln.